Europäische Konferenz in Athen

Schutz der Menschenwürde in Zeiten der Wirtschaftskrise

Bericht über das internationale Treffen der Europäischen Kommissionen

von Iustitia et Pax in Athen und Korinth Oktober 2014

Mitglieder der Europäischen Iustitia et Pax Kommissionen vor der Akropolis. (Text aus Apg 17,30)

Messfeier am Areopag (Zelebrant Bischof William Kenney / Diakon Stefan Krummel)

Präsidentin Prof. Ingeborg Gabriel und Generalsekretär Dr. Stefan Krummel nahmen als Vertreter der Österreichischen Kommission Iustitia et Pax am Internationalen Workshop  und an der anschließenden zweitägigen Generalversammlung der Europäischen Iustitia et Pax Kommissionen vom 3. bis 7. Oktober 2014 in Athen und Korinth teil.Die dramatische soziale Krise in Griechenland (und anderen europäischen Ländern) fordert zur Reflexion und zum aktiven Einsatz der Konferenz der Europäischen Iustitia et pax Kommissionen.

Aufgrund der Finanzkrise kam es zu einer dramatischen Zunahme von Obdachlosigkeit, Arbeitslosigkeit (besonders dramatisch für die Jugend), einer Zunahme Selbstmorden, und anderem mehr. Wir besuchten NGO´s die sich engagiert für die gewachsene Not einsetzen ebenso, wie Vertreter der Politik und der Kirche.Trotz der gewachsenen Not fanden wir auch Hoffnung und neu wachsende Solidarität bei den Menschen vor.

Es zeigte sich aber auch, dass die strukturellen und systemischen Faktoren, die Menschen in einem Kreislauf aus Armut und Entbehrung gefangen halten, nur durch eine Veränderung der Politik auf Regierungsebene beeinflusst werden könnten. Die Politik müsse daher von einem ganzheitlichen Ansatz zur Lösung komplexer Bedürfnisse geprägt sein, fordern die Teilnehmer der Workshops. Diejenigen, die unter den Folgen der Wirtschaftskrise leiden, fühlen sich frustriert durch das systemische Versagen von Führung und Politik, die finanzielle Erwägungen über grundlegende Menschenrechte und Wohlergehen gestellt haben. Die Herausforderung für die politische Führung sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene liege nun darin, das Vertrauen wieder aufzubauen, indem den Bedürfnissen der Menschen Vorrang gegenüber den Anforderungen des Marktes gewährt wird. Die Menschen müssten ermutigt werden, sich wieder an demokratischen Prozessen zu beteiligen, um ein demokratisches und solidarisches Europa aufzubauen, fassten die Teilnehmer die Erfahrungen des Workshops zusammen. „Die Erfahrungen in Griechenland verweisen auf die Wichtigkeit einer faireren Steuer- und Investitionspolitik, die sicherstellt, dass die Steuerlast nach dem Prinzip der sozialen Gerechtigkeit verteilt wird, dass Steuerhinterziehung erfolgreich bekämpft wird und dass die Regulierung des Finanzsektors sicherstellt, dass Finanzinstitute dem Gemeinwohl dienen.“