Konzertierte Aktion 2016 zu Ungleichheit und Besteuerung

Die Konferenz der katholischen "Iustitia et Pax"-Kommissionen startet eine europaweite  Kirchen-Aktion zu Ungleichheit und Besteuerung.

Es geht darum, ökonomische Ungleichverteilung in Europa durch Maßnahmen gegen Steuerflucht und zur Harmonisierung der Unternehmensbesteuerung zu bekämpfen.

Mit einer europaweiten Aktion ab Aschermittwoch wollen die katholischen"Iustitia et Pax"-Kommissionen auf die wachsende ökonomische Ungleichheit hinweisen: Das ist das Ergebnis der Vollversammlung der 31 kirchlichen Kommissionen, die am Wochenende in Lissabon stattgefunden hat.

Dabei einigten sich die Länderkommissionen auf eine konzertierte Vorgangsweise, die auf eine Stärkung der

Maßnahmen zur Steuerflucht und zur Harmonisierung der Unternehmensbesteuerung abzielt. Das erklärte die

österreichische Teilnehmerin an der Tagung und "Iustitia et Pax"-Direktorin, Ingeborg Gabriel.

Die Wiener Sozialethikerin, die zugleich Vizepräsidentin von "Iustitia et Pax Europa" ist, verweist auf aktuelle

Studien über die gestiegene wirtschaftliche Ungleichverteilung in Europa und weltweit. Weil dadurch der soziale Zusammenhalt und die demokratische Ordnung zunehmend in Gefahr gerieten, müsse darauf europaweit reagiert werden. Steuerliche Maßnahmen seien dabei ein Schlüssel, bei denen die EU noch mehr als bisher eine "Vorreiterrolle" haben sollte.

Bei der auf ein Jahr angelegten kirchlichen Aktion gehe es darum, die Regierungen und die EU in den

Bemühungen um mehr steuerliche Transparenz zu bestärken. Weiters müssten die Steuerflucht bekämpft und

Maßnahmen gesetzt werden, damit die Gewinne von multinationalen Unternehmen dort effektiv besteuert

werden, wo sie generiert werden.  Die kirchlichen Initiative stützt sich dabei auf jüngste Vorschläge

der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). "Rückenwind für das kirchliche

Engagement kommt zudem von Papst Franziskus", mit den päpstlichen Dokumenten

"Laudato si" und "Evangelii gaudium".