Veranstaltungsrückschau

Gerechtigkeit in einer endlichen Welt

Ökologie - Wirtschaft - Ethik

Ökumenische Fachtagung | 10. - 11. Jänner 2013 | Wien

Anlass


Die Tagung mit dem Titel „Gerechtigkeit in einer endlichen Welt. Ökologie – Wirtschaft – Ethik“ führt den
Fakultätsschwerpunkt des Jahres 2012 „50 Jahre nach Beginn des 2. Vatikanischen Konzils“ weiter und stellt – anschließend an GS 93 – die gemeinsame ökumenische Verantwortung der christlichen Kirchen ins Zentrum.

„Die Christen können, eingedenk des Wortes des Herrn: ‚Daran werden alle erkennen,
 dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr einander liebt‘ (Joh 13,35), nichts sehnlicher wünschen,
als den Menschen unserer Zeit immer großherziger und wirksamer zu dienen.
Dem Evangelium gewissenhaft folgend und aus seinen Kräften lebend, verbunden mit allen,
die die Gerechtigkeit lieben und pflegen, haben sie das große Werk, das sie hier
auf Erden zu erfüllen haben, begonnen, über das sie ihm, der am Jüngsten Tag
alle richten wird, Rechenschaft geben müssen. Nicht alle, die sagen ‚Herr, Herr‘",
werden ins Himmelreich eingehen, sondern die den Willen des
Vaters tun und tatkräftig ans Werk gehen.“ (GS 93)

Darin trifft sie sich mit Anliegen des Ökumenischen Sozialworts der österreichischen Kirchen von 2003, dessen 10-jähriges Jubiläum aus diesem Anlass gleichfalls festlich begangen werden soll.

Thema der Fachtagung

„Die Schöpfung ist den Menschen anvertraut. Geschaffen nach Gottes Bild und
selbst Teil der Schöpfung, ist der Mensch nicht Herrscher, sondern Verwalter
und Diener der Schöpfung. Seine Verantwortung liegt darin, die Schöpfung zu
achten und zu bewahren, auch für künftige Generationen.
Diese Verantwortung findet Ausdruck in der Gestaltung von Wirtschaft und
Gesellschaft. Eine Gesellschaft, in der Armut und Unrecht herrschen,
eine Wirtschaftsweise, die die Ressourcen der Erde für sich verbraucht
und keine Rücksicht auf künftige Generationen nimmt, sind zutiefst ungerecht.“
(Ökumenisches Sozialwort der Kirchen)

Die Bedeutung ökologischer Fragen für ein gutes Leben – mehr noch: für das Überleben – der Menschheit tritt heute angesichts klimatischer Veränderungen, Reduktion der Biodiversität und der Zerstörung natürlicher Lebensräume immer stärker ins Bewusstsein. Eng verwoben sind diese Herausforderungen mit der Art unseres Wirtschaftens und damit einhergehend mit der Gestaltung internationaler Beziehungen. Der von vielen als unbefriedigend empfundene Verlauf von Rio+20 zeigt einmal mehr, wie schwierig es ist, angesichts widersprüchlicher Interessen und Ansätze zu nachhaltigen, zukunftseröffnenden Lösungen zu kommen.

In dieser Situation ist es die gemeinsame Aufgabe der christlichen Kirchen, sich den Fragen von Ökologie, Wirtschaft und (internationaler) Gerechtigkeit in vertiefter Weise zu stellen. Grundlage für dieses Engagement bildet das ökumenisch geteilte Bekenntnis zur Verantwortung des Menschen, insbesondere der Christinnen und Christen, für den achtsamen Umgang mit und die Bewahrung der Schöpfung auch für zukünftige Generationen. Dazu will die ökumenisch und interdisziplinär ausgerichtete Tagung „Gerechtigkeit in einer endlichen Welt. Ökologie – Wirtschaft – Ethik“ einen Beitrag leisten.

In den Blick rückt zunächst die sozialethische Frage der Nachhaltigkeit bzw. nachhaltigen Wirtschaftens, die auch eine Frage der Gerechtigkeit gegenüber gegenwärtigen und künftigen Generationen darstellt. Besonders die Klimagerechtigkeit erweist sich hier als Herausforderung, der zu stellen höchst dringlich ist – zu Gunsten der Lebenschancen nachfolgender Generationen, aber auch motiviert aus einer christlichen Schöpfungstheologie und -spiritualität.

Doch steht das als not-wendig Erkannte immer in Spannung zu den Zwängen einer Ökonomie, die die ökologischen Kosten externalisiert. Vor diesem Hintergrund wird zu fragen sein, ob und unter welchen Bedingungen eine nachhaltige Entwicklung möglich ist – wie also Ökologie und Wirtschaftlichkeit zu vereinbaren sind.

In besonders dramatischer Weise stellen sich die angesprochenen Fragen im internationalen Kontext, wo wir mit einem doppelten Gerechtigkeitsproblem konfrontiert sind: Jene Länder, die am wenigsten am ressourcenverbrauchenden Wachstum und Wohlstand teilhaben, sind gleichzeitig jene, die am meisten und als erste die zerstörerischen Auswirkungen eines die ökologischen Kapazitäten unserer Erde überschreitenden Wirtschaftens zu spüren bekommen.

Für die Menschen in reichen Gesellschaften bedeutet das, dass es ein neues ethisches Bewusstsein und daraus erwachsend ein entsprechendes verantwortliches Handeln in den Bereichen von Energieverbrauch, Konsum und Mobilität ebenso braucht, wie internationale Regelungen, die den Ressourcenverbrauch steuern.

Eine Zusammenarbeit der christlichen Kirchen in diesem Bereich ist die Grundlage ihres gesellschaftspolitischen Einflusses, wie ihrer Glaubwürdigkeit. Zugleich zeigt sie den Reichtum der verschiedenen christlichen Traditionen in diesen Fragen. Die geplante Tagung setzt damit 10 Jahre nach Erscheinen des Sozialworts des Ökumenischen Rats der Kirchen die Reihe ökumenischer Tagungen des Instituts fort, die unter klarer Fokussierung auf ein dringliches sozialethisches Thema gleichzeitig den ökumenischen Dialog voranbringen sollen.

 

Partner

  • Institut für Sozialethik d. Theol. Fak. d. Universität Wien
  • Österreichische Kommission Iustitia et Pax
  • Katholische Sozialakademie Österreichs
  • Ökumenischer Rat der Kirchen in Österreich
  • Pro Oriente

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Eine CD-Box mit allen Vorträgen der Tagung können Sie bestellen unter:

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Statements zum Nachhören

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Publikation

Die Publikation der Vorträge wird im Herbst 2013 erfolgen.